Schenkt man den unterschiedlichen Zahlen, die in den Medien kursieren, Glauben, soll in Deutschland allein in den nächsten 10 Jahren Vermögen zu einem Gegenwert von 2,5 Billionen € - das sind anders ausgedrückt 2.500 Milliarden € - vererbt werden.

Nach einer Studie des Allensbach-Instituts wird etwa jeder fünfte Erblasser 100.000,- € an seine Erben weitergeben.

Bei rund 17% der befragten Personen gab es in der Vergangenheit bereits Streitigkeiten anlässlich eines Erbfalls in der Familie. Weitere 26% der künftigen Erben rechnen damit, dass es rund um den Nachlass später Streit geben wird.

Egal, auf welche Studie man abhebt, steht diesen Zahlen die Tatsache gegenüber, dass nur etwa 25 bis 33% der künftigen Erblasser eine letztwillige Verfügung von Todeswegen errichtet haben. Davon soll wiederum nur gerade Mal die Hälfte mit anwaltlicher oder nota- rieller Unterstützung gefertigt worden sein, wodurch jedes zweite Testament als Grundlage für künftiges Erbe von einem Laien verfasst worden ist. Mithin werden somit nur 15% aller Nachlässe durch fachmännisch gestaltete Vermögensnachfolgeregelung an die nächste Generation weitergegeben.

Auch der immer größere Stellenwert des Vorsorgerechts in den Beratungen um die Vermögensnachfolge steigt rapide an. Eine Testamentsgestaltung ohne die Berücksichtigung von künftigem Pflegebedarf, eine Vorsorgevollmacht und die Patientenverfügung sowie Erbschaftsteuer ist heute nicht mehr sinnvoll.

Aus unserer Beratungstätigkeit nach dem Erbfall konstatieren wir, dass es kaum noch Sachverhalte gibt, in denen erbrachte Pflegeleistungen sowie Bank- und Vorsorgevollmachten und deren (missbräuchliche) Handhabung keine Rolle spielen.

Erbrecht ist das volle Leben: Hier geht es um Liebe, Zuneigung, Hass, Rache, Gier, Beachtung, Ehre, Minderwertigkeit, Mildtätigkeit, Ausgleich, Einfluss und Macht. Es wird testiert, verhandelt, prozessiert; es wird geliebt, getrauert, geweint, gelacht, gestritten, gelogen, unterschlagen, verletzt. Innerfamiliäre psychologische Konflikte werden oft über Generationen hinweg ausgetragen.

Natürlich treffen diese schlagwortartigen Verallgemeinerungen nicht auf alle Erbfälle, Erben und Erblasser zu. Doch lassen sich viele der hier aufgezählten emotionalen Besonderheiten aus unserer Erfahrung bestätigen.

Gewiss: Die Beschäftigung mit dem eigenen Tod oder dem eines (nahen) Angehörigen ist für die meisten Menschen eine emotionale Ausnahmesituation. Die Absicherung der Familie, Übertragung eines Unternehmens oder lebzeitige Schenkungen an nahe Angehörige sind für den Erblasser von existentieller Bedeutung. Denn dies bedeutet letztlich nichts anderes, als sich mit der Endlichkeit des eigenen Lebens auseinanderzusetzen, eine festzustellende Grundempfindlichkeit von uns Menschen, die es gilt auf den Prüfstand zu stellen und auch zu überwinden.

Hinzu kommt: Jeder vererbt und erbt anders. Diese Tatsache hat die Schrift-stellerin Eva Demski in ihrem Beitrag „Erbfolgen“ (abgedruckt in: Die Erbengesellschaft, Kursbuch 135 (1999), Seite 11) humoristisch wie folgt auf den Punkt gebracht:

Der Bayer erbt stur, der Norddeutsche still, der Schwabe gründlich, der Sachse heiter.

Der Rheinländer dankt dem Herrn, der Preuße seinem Anwalt“.

Ob dies aber (noch) der Realität entspricht, wäre wohl zu überprüfen. Jedenfalls lässt sich aber feststellen, dass die Menschen ganz unterschiedlich sind, allein schon im Hinblick auf ihre Bedürfnisse und Nöte.

Letzteres hat wiederum zur Folge, dass Anwalt und Mandant schon aus diesen Grund zusammenpassen müssen, um Dissonanzen zu vermeiden.

Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, ob die Chemie zwischen uns insoweit stimmt. Das aber lässt sich nur bei einer Erstberatung herausfinden, zu der wir Sie hiermit einladen und die Sie als eine Art Vorstellungsgespräch bezüglich Ihrer Probleme zur Regelung Ihres persönlichen Nachlasses verstehen sollen.

Mit diesem Gespräch werden Sie sich sicher ernst genommen fühlen, können den ersten, vielleicht akuten Leidensdruck loswerden und das erste Vertrauensband ist geknüpft.

Rufen Sie uns gerne an: 0631/3612875 oder benutzen Sie das Kontaktformular weiter unten auf dieser Seite.